Hebräisch als Schulfach

Hebräisch als Grundkursfach in der Oberstufe
 

Der Hebräisch-Unterricht befasst sich mit der Sprache und den Texten der Hebräischen Bibel, des "Alten Testaments". Das Angebot richtet sich aber keineswegs nur an diejenigen Schülerinnen und Schüler, die ein Theologiestudium erwägen, sondern an alle, die

  • gern eine Fremdsprache lernen,

  • bereit sind, eine weitgehend unbekannte Literatur kennen zu lernen,

  • Interesse am Judentum, an der Bibel und an Israel haben.

Diese inhaltlichen Bereiche stehen im Hebräisch-Unterricht im Vordergrund:
 

Sprache

Das Hebräische gehört zu den semitischen Sprachen, einem von den indoeuropäischen Sprachen recht verschiedenen Sprachtyp. Der Vergleich der hebräischen Sprache mit der deutschen und anderen bekannten Sprachen erweitert das Sprachbewusstsein und fördert die vergleichende Urteilsfähigkeit. Hebräisch wird wie die "klassischen" Sprachen Griechisch und Latein behandelt, das heißt, Übersetzung und Interpretation der Texte werden angestrebt, nicht die Übersetzung eines deutschen Textes ins Hebräische.

Bei Interesse der Schülerinnen und Schüler kann eine Einführung ins Neuhebräische gegeben werden, das aus der alten Sprache direkt - ohne allmähliche Veränderung wie beim Italienischen oder Neugriechischen - entwickelt worden ist.
 

Literatur

Die Texte der Hebräischen Bibel gehören unterschiedlichen Gattungen an: Geschichtsschreibung, Lyrik, Sagen, Roman und Novelle sind vertreten; auch ein philosophischer Text reizt zur Entdeckung. Aus dem Religionsunterricht sind meistens bestimmte Texte wie Schöpfung, Sintflut, Abraham-Erzählungen bekannt, während im Hebräisch-Unterricht auch die unbekannteren Texte wie z.B. Liebeslyrik gelesen werden können, die großen Einfluss auf die europäische Literatur gehabt haben.

Da es - anders als im Lateinischen und Griechischen - keine Pflichtlektüre gibt, kann die Auswahl der Texte dem Interesse des jeweiligen Kurses angepasst werden.

Auch die nachbiblische Literatur, z.B. Talmud, mittelalterliche oder auch neuhebräische Texte, wird in den Hebräisch-Unterricht einbezogen.
 

Judentum

Eine wesentliche Aufgabe des Hebräisch-Unterrichts ist es, bei den Schülerinnen und Schülern Interesse für die Beschäftigung mit dem Judentum, seiner Geschichte, Religion und Kultur zu wecken. Heutiges jüdisches Leben wird beim Besuch eines Synagogengottesdienstes erfahrbar; die Geschichte der Juden z.B. in Dortmund oder Bochum wird durch Recherchen auf dem jüdischen Friedhof mit seinen Zeugnissen jüdischen Lebens erkundet.

Gerade im Hinblick auf den wachsenden Antisemitismus erhält der Hebräisch-Unterricht, der mit den Bedingungen jüdischen Lebens in Deutschland in der Vergangenheit und in der Gegenwart vertraut machen will, eine politische Dimension.
 

Formale Stellung in der Schule:

Für Hebräisch gelten alle Regeln, die auch für die anderen neueinsetzenden Sprachen gelten. Man wählt Hebräisch in der Oberstufe, insgesamt sechs Grundkurse. Die Kurse in den Jahrgangsstufen 11 und 12 können in die Punktwertung für das Abitur eingebracht werden, Hebräisch kann als 4. Abiturfach gewählt werden und damit auch im Abitur das Aufgabenfeld I abdecken.

Darüber hinaus wird das Hebraicum erworben. Voraussetzung ist die Teilnahme an den sechs Halbjahrskursen 10.1 bis 12.2; dabei muss der Abschlusskurs in 12.2 mindestens glatt ausreichend sein.

Hebräisch wird als Zentralkurs für alle Dortmunder Schulen am Stadtgymnasium in Dortmund unterrichtet. In Bochumg wird Hebräisch als Zentralkurs für alle Bochumer Schulen – und die der Nachbarstädte – am Neuen Gymnasium Bochum unterrichtet.
 

Fragen?

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